Die Methode des Berufsprofilings

Wenn es darum geht, das gesamte berufsrelevante Persönlichkeits- und Leistungsspektrum eines Menschen zu erfassen, kommen Intuition und herkömmliche Methoden wie Interviews schnell an ihre Leistungsgrenzen. Die Vielzahl der berufsrelevanten Eigenschaften und weiteren Personenmerkmale lassen sich nur mit einer Kombination speziell hierfür entwickelter Messinstrumente erheben.


1

Die Ausgangsbasis für das Berufsprofiling ist eine detaillierte Diagnose der individuellen Personenmerkmale. Dabei werden vier große Bereiche unterschieden: Persönlichkeit, kognitive Fähigkeiten, Wissen und Interessen .


2

Bei unseren Partner-Instituten bearbeiten die Teilnehmer eine umfangreiche und aussagekräftige Kombination psychologischer Testverfahren (Basis: Klassische Testtheorie, teilweise im dynamischen Liquid-Format), die alle berufsrelevanten Merkmale erfassen. Alle Verfahren sind als Berufstests konzipiert, berufsbezogen konstruiert und konnten ihre prognostische Validität in Einzelstudien nachweisen. Die Tests sind konform mit den Vorschriften der DIN 33430 und den Bestimmungen des AGG. Ein zertifizierter Testleiter steht als ständiger Ansprechpartner zur Verfügung.


3

Das Ergebnis: ein Personenprofil, das die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten widerspiegelt. Die Rückmeldung richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzzweck – von der allgemeinen Beschreibung der Fähigkeiten bis hin zur Eignung für konkrete Berufsgruppen.


4

Mit Hilfe von Expertenratings, Anforderungsanalysen, empirischen Daten der Literatur (sowohl aus dem deutschsprachigen als auch dem anglo-amerikanischen Raum) und Daten deutscher Arbeitsmarktinstitutionen werden alle am Arbeitsmarkt relevanten Berufe ebenfalls einem Profiling unterzogen. So entstehen analog zu den Personenprofilen Berufsprofile, in denen alle überfachlichen Anforderungen abgebildet sind.


5

In unserer Datenbank werden alle Personen- und Berufsprofile zusammengeführt. Es folgt das »Matching«. Dabei werden horizontales und laterales (Mis-)Matching in ein bestimmtes Gewichtungsverhältnis (entstanden auf Basis von Monte-Carlo-Versuchen) zueinander gesetzt und i. d. S. gewichtete Matching-Ergebnisse berechnet. Pro Person und Job werden dabei mehr als 30.000 Datenpunkte berechnet.


6

Auch die Differenz der Profile wird dabei berücksichtigt: Liegt das Personenprofil oberhalb des Berufsprofils, spricht man von einem positiven Anforderungs-Gap – die Person übererfüllt die Anforderung. Und umgekehrt: Liegt das Personenprofil unter dem Berufsprofil, ist der Teilnehmer in diesem Bereich überfordert.


Berufsprofiling - Das Prinzip

Video ansehen

Hier finden Sie die Grundlogik des Berufsprofilings in Form eines Films veranschaulicht.
Film starten. Dauer: ca. 5 Minuten


Wissenschaftlich fundiertes Matching

Das Matching von Personen- und Berufsdaten erfolgt über einen komplexen Algorithmus, der Fähigkeiten, Einstellungen und Wissen einer Person mit den Anforderungen eines Berufs abgleicht (Kriterien: Distanzen, Ähnlichkeiten, horizontales und laterales Matching). Dabei werden zwei unterschiedliche Herangehensweisen kombiniert: zum einen ein vertikaler Vergleich, der je erfasster Dimension eine Über- bzw. Unterforderung bestimmt, die jeweils spezifisch gewichtet wird. Zum anderen ein horizontaler Vergleich, der die Stärken einer Person, ungeachtet des absoluten Niveaus, mit dem Anforderungsprofil der Tätigkeit vergleicht. Die Passung wird über gewichtete nicht lineare Differenzen sowie über Rangkorrelationen ermittelt.

Die Gewichte und Parameter des mathematischen Algorithmus wurden empirisch bestimmt, wobei der Algorithmus derart modelliert wurde, dass er den menschlichen Entscheidungsprozess (Welcher Job passt zu einer Person?) optimal abbildet. Die Gesamtpassung einer Person wird über das sogenannte Jobradar optisch mit den persönlichen Interessen kombiniert und dem Befriedigungspotenzial einer Position gegenüber gestellt.

Jüngste Forschungsergebnisse (vgl. Von der Bruck, H. & Mussel, P. (in Druck): Eignungsdiagnostik als Basis beruflicher Neuorientierung 50 plus. In: K. Brauer & G. Korge (Hrsg.), Evaluation regionaler Arbeitsmarktförderung für Ältere: Erfolgsfaktoren - Methoden - Instrumente sowie Mussel, P., von der Bruck, H. & Schuler, H. (2008)) dokumentieren den Anwendungsnutzen des Berufsprofilings bei der beruflichen Beratung und Reintegration von Langzeitarbeitslosen.

Sowohl die verwendete Matching-Technologie als auch die psychometrischen Algorithmen wurden proprietär durch das Institut für Berufsprofiling entwickelt und sind weltweit einmalig


Berufsprofiling online

Der oben beschriebene Ansatz des Berufsprofiling bei einem Partner-Institut ermöglicht auf Grundlage eines ca. dreistündigen Tests die Analyse aller berufsrelevanten Leistungs- und Persönlichkeitsmerkmale im Detail. Für das auf diesen Internetseiten angebotene Berufsprofiling-Online war die Vorgabe, die Bearbeitungszeit aus Gründen der Usability auf eine Stunde zu beschränken und somit eine effektive Möglichkeit zu bieten, einen schnellen Überblick der eigenen Potenziale zu erlangen.

Das Berufsprofiling-Online erfasst jene Merkmale, denen bei der beruflichen Orientierung die größte Bedeutung zukommt: Interessen, Problemlösefähigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften wie z. B. Motivation, Gewissenhaftigkeit oder Belastbarkeit. Aus der Durchführung resultiert ein persönliches Gutachten, das die Ergebnisse und deren Bedeutung für die berufliche Orientierung erläutert. So können die eigenen Potenziale und Entwicklungsfelder identifiziert und der eigene Berufsweg darauf ausgerichtet werden.

Persönliche Interessen sind insbesondere für die richtige Studien- und Berufswahl von besonderer Bedeutung. Nur wenn man sich wirklich für die Tätigkeiten im gewählten Beruf interessiert, wird die Ausbildung auch mit Elan und Ausdauer verfolgt. Zur Unterstützung der richtigen Entscheidung werden die beruflichen Interessen im Berufsprofiling für Schüler detailliert erfasst: Insgesamt 360 Ausbildungsberufe und 80 Studienrichtungen wurden durch Experten 20 Interessensbereichen zugeordnet. Anhand der Testergebnisse werden jedem Teilnehmer nur die Berufe empfohlen, die mit dem persönlichen Interessenprofil übereinstimmen. Darüber hinaus berücksichtigen die Berufsempfehlungen die unterschiedlichen Komplexitätsgrade von Ausbildungen und Studienrichtungen. Testergebnisse und auch schulische Leistungen werden herangezogen, um die Empfehlungen zu konkretisieren und wirklich nur solche Berufe vorzuschlagen, die auch den individuellen Fähigkeiten entsprechen.